Das ist die häufigste Frage in meiner Ordination – und sie ist berechtigt, denn beide Behandlungen werden injiziert und beide gelten als „Faltenbehandlung“. Sie wirken allerdings völlig unterschiedlich.
Der wesentliche Unterschied
Botulinumtoxin entspannt Muskeln. Es wird dort eingesetzt, wo Falten durch Bewegung entstehen – beim Stirnrunzeln, Lachen oder Zusammenkneifen der Augen. Der Muskel arbeitet weniger stark, die Haut darüber glättet sich.
Hyaluronsäure füllt auf. Sie ersetzt Volumen, das mit den Jahren verloren geht, und polstert Falten auf, die auch im entspannten Gesicht sichtbar bleiben. Sie kann außerdem Konturen formen – etwa an Kinn, Wange oder Lippen.
Woran erkennen Sie, was Sie brauchen?
Ein einfacher Test: Stellen Sie sich vor den Spiegel und entspannen Sie das Gesicht vollständig. Falten, die dann verschwinden, sind mimisch bedingt – hier hilft Botulinumtoxin. Falten, die auch im entspannten Zustand sichtbar bleiben, sind statisch – hier ist Hyaluronsäure die passendere Wahl.
Klassisch mimisch: Zornesfalte, Stirnfalten, Krähenfüße. Klassisch statisch: Nasolabialfalte, Marionettenfalten, eingefallene Wangen.
Haltbarkeit und Ablauf im Vergleich
| Botulinumtoxin | Hyaluronsäure | |
|---|---|---|
| Wirkprinzip | entspannt den Muskel | ersetzt Volumen |
| Ergebnis sichtbar | nach 3–5 Tagen | sofort |
| Haltbarkeit | 3–4 Monate | 9–18 Monate |
| Auflösbar | nein, klingt von selbst ab | ja, mit Hyaluronidase |
| Dauer | 15–20 Minuten | 30–45 Minuten |
Lässt sich beides kombinieren?
Ja, und in der Praxis ist das sogar häufig sinnvoll. Ein typisches Beispiel: Botulinumtoxin für die Zornesfalte, Hyaluronsäure für die Nasolabialfalte. Die beiden Behandlungen stören einander nicht und können in derselben Sitzung erfolgen.
Was in Ihrem Fall sinnvoll ist, entscheiden wir nach einer Analyse Ihres Gesichts im Beratungsgespräch – manchmal ist die Antwort auch, dass zunächst weder das eine noch das andere nötig ist.